Bücher machen glücklich. Bücher schenken auch.

Seitenweise Wort- & Bildervergnügen:
Lesetipps 2020

Ein verheißenes Land, Barack Obama

Im ersten Band seiner Präsidentschaftserinnerungen nimmt Barack Obama die Leser*innen auf eine faszinierende Reise mit: von den Anfängen seines politischen Bewusstseins bis zum 4. November 2008, als er zur Umsetzung seiner Visionen und als erster Afroamerikaner zum 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde. Sein Rückblick auf die Präsidentschaft bietet einzigartige Reflexionen über Ausmaß und Grenzen präsidialer Macht, liefert außergewöhnliche Einblicke in die Dynamik US-amerikanischer Politik und internationaler Diplomatie und endet mit der Operation „Neptune’s Spear“, die 2011 zum Tod Osama bin Ladens führt. Zeitgeschichte so lebendig nachvollziehen zu können wie in diesem Buch, ist als zöge man den Vorhang zur Seite und blicke durchs Fenster direkt auf die Zusammenhänge in der Welt. >> erschienen im Penguin Verlag

Die Farbe von Glück, Clara Maria Bagus

Nach dem Aufschlagen des Buchs empfängt den Leser die Widmung: „Oft sind wir auf der Suche. Ohne zu wissen, wonach. Für jene, die suchen“. Diese Widmung ist im Gunde eine Einladung, und es lohnt sich, sie anzunehmen. Denn wenn dieser Roman auch von fremden Personen handelt: man begegnet beim Lesen immer auch sich selbst. Alles beginnt mit einer Entscheidung, die das Leben dreier Familien für immer verändert: Ein Richter zwingt die Krankenschwester Charlotte, sein sterbenskrankes Neugeborenes gegen ein gesundes zu tauschen. Folgt sie seiner Forderung nicht, droht er, ihr den Pflegesohn zu entziehen. Und so gerät die Welt aller Beteiligten aus dem Lot. Doch hinter allem verbirgt sich möglicherweise der unsichtbare, geheimnisvolle Plan des Lebens, der große Fragen aufwirft: Kann man im falschen Leben das richtige finden? Wie geht man nach einem Endpunkt weiter, wie lässt man los? Clara Maria Bagus zeigt mit großer sprachlicher Kraft und Anmut, wie alles auf wundersame Weise miteinander verknüpft ist. Seite für Seite entfaltet sich vor uns und in uns, was Glück ausmacht. Besser als im Zitat von Jean-Remy von Matt lässt es sich nicht ausdrücken: „Ein wunderbarer Roman über die Liebe und ihre vielen überraschenden Erscheinungsformen. Großartig komponiert, voller Weisheit, Emotionalität und Zuversicht. Selten war ich am Ende eines Buches so dankbar, Zeit mit ihm verbracht zu haben.“ >> erschienen im Piper Verlag

Gesang der Fledermäuse, Olga Tokarczuk

Ein literarischer Glücksfall: Olga Tokarczuk (2019 rückwirkend für 2018 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet) spielt mit Worten so virtuos, dass die Schönheit der Sprache wie eine Selbstverständlichkeit wirkt. Dabei ist es tatsächlich echte Kunst, wenn eine Geschichte so originell und tiefsinnig wie in diesem Buch entfaltet wird. Olga Tokarczuk nimmt einen einfach bei der Hand und man kann gar nicht anders, als sich gespannt mitziehen zu lassen - von Seite zu Seite durch diese Geschichte, die Krimi und Gesellschaftsroman zugleich ist und getragen wird von einer Protagonistin, die von ihrer Umwelt für verschroben gehalten wird, den Leser aber mit ihrer Klarheit in Kopf und Herz begeistert. Mehr wird nicht verraten - denn nur selbst lesen macht glücklich! >> erschienen im Kampa Verlag

Und erlöse uns von den Blöden, Monika Gruber / Andreas Hock

Nicht nur Corona schüttelt den Planeten durcheinander. Schon bevor das Virus sich breit machte, tummelten sich im wahrsten Sinn des Wortes merkwürdige Charaktere in unserer längst hysterisch-hyperventilierenden Gesellschaft: Wutbürger und Weltverbesserer, vermeintlich Ewiggestrige und Meinungsmissionare stehen sich feindselig gegenüberstehen. Und die gegenwärtige Krise hat das Ganze nicht eben gemildert, sondern wie ein Katalysator, die Verbreitung der Blödheit beschleunigt. Die preisgekrönte Kabarettistin Monika Gruber und der Bestsellerautor Andreas Hock gehen dem kollektiven Wahnsinn auf den Grund. Sie gründeln und fischen in den Tiefen und Untiefen der Ignoranz und des Egoismus einiger Weniger und bemühen sich, mit Selbstironie und schwarzem Humor, Reste von gesunden Menschenverstand ins Netz zu kriegen … Wichtigster Ausrüstungsgegenstand des wortwitzigen Duos: Humor und Humor – und natürlich: Humor! >> erschienen im Piper Verlag

Robin, kleiner Weihnachtsheld, Jan Fearnley

Ein zauberhaftes Bilderbuch, das mit liebevollen Illustrationen zeigt und erzählt, warum Teilen glücklich macht. Eine schöne Geschichte für gemütliche Lesestunden in der Vorweihnachtszeit. Und darum geht’s: Robin, das Rotkehlchen ist voller Vorfreude: Bald ist Weihnachten und der erste Schnee ist auch schon da. Schnell holt Robin seine warmen Pullover heraus, denn bis Heiligabend hat er noch viel vor. Eislaufen, Schlitten fahren, den Winterwald erkunden. Und dabei begegnet er einigen Tieren, die bitterlich frieren. Das tut dem kleinen Vogel so leid, dass er selbstlos seine Pullover verschenkt, bis er selbst nichts mehr zum Anziehen hat. Warum doch noch alles gut wird, dürft Ihr selbst entdecken! Für Kinder ab 4 Jahre. >> erschienen im cbj Verlag

Die Fuck it Liste, John Niven

Die Präsidentschaftswahl in diesem Jahr hat gezeigt, dass Amerika immer für eine Überraschung gut ist. Mit diesem Wissen hat auch Autor John Niven gespielt: In „Die Fuck it Liste“ hat er seinen Trump-Fantasien eloquent und ideenreich Ausdruck verliehen. Stellen wir uns also vor: Im Amerika der nahen Zukunft, nachdem Donald Trump zwei Amtszeiten regiert hat, ist jetzt dessen Tochter Ivanka an der Macht. Das Land ist tief gespalten - Jahre populistischer Politik haben ihre Spuren hinterlassen. Zeitgleich erhält der ehemalige Zeitungsredakteur Frank Brill eine folgenschwere Diagnose: Krebs im Endstadium. Statt all das zu tun, was er schon immer machen wollte, erstellt er eine sogenannte F*ck-it-Liste und beschließt, sich an den Menschen zu rächen, die für diverse Tragödien in seinem Leben verantwortlich waren. Und so entwickelt sich im Gewand einer politischen Satire zugleich ein gnadenloser Thriller … >> erschienen im Heyne Verlag

Das Netz, Lilja Sigurðardóttir

Der packende Auftakt der neuen Spannungstrilogie aus Island wurde vom New York Journal of Books als »Thriller des Jahres« gefeiert. Und tatsächlich ist er in Ton, Handlung und Spannungsbogen so nervenaufreibend und besonders erzählt, dass er in die obersten Ränge des Krimigenres gehört. Die Story um eine Frau, die nach einer schmutzigen Scheidung das Sorgerecht für ihren Sohn verliert, entwickelt sich ebenso plausibel wie spannend. Denn weil Sonja sich im Kampf ums Sorgerecht keinen Anwalt leisten kann, lässt sie sich darauf ein, Kokain nach Island zu schmuggeln. Nur bis sie genug Geld hat, um für ihren Sohn zu sorgen, denkt sie. Aber aus aus dem rücksichtslosen Drogengeschäft gibt es so leicht keinen Ausweg. Als dann auch noch der Zollbeamte Bragi sie ins Visier nimmt und ihre neue Beziehung mit der ehemaligen, hochrangigen Bankangestellten Agla sich kompliziert gestaltet, führt jeder Versuch, sich aus dem kriminellen Netz zu befreien, nur zu noch tieferer Verstrickung … >> erschienen im DuMont Verlag

Die alten Obstsorten, Sofia Blind

Natur-Literatur steht derzeit hoch im Kurs, und tatsächlich muss es nicht immer ein Roman sein, der die schönsten Geschichten erzählt. Sofia Blinds Kompendium „Die alten Obstsorten“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie spannend, unterhaltsam und wunderschön es sein kann, die Geheimnisse (fast) vergessener Obstsorten kennenzulernen. Schon die Namen der Äpfel, Beeren, Aprikosen und weiterer Früchte sind pure Lyrik - da gibt es „Seidenhemdchen“, „Moschuserdbeeren“, „Forellenbirnen“, „Polternuss“ und „Venusbrust“ … Die Kombination von „biographischen Daten“ zur jeweiligen Obstsorte mit begeisternden Illustrationen und anekdotischen Details macht das Buch zu einer wunderbaren Lektüre für alle Schöngeister, Naturliebhaber und bibliophilen Wissenshungrigen. Ein echter kleiner Schatz! >> erschienen im DuMont Verlag

Alt genug, um glücklich zu sein, Florian Langenscheidt/ André Schulz

Wahrheit oder Legende - wie ist das mit dem Alter: macht es uns weiser? Wie verändert sich die Liebe im Alter? Werden wir mit voranschreitenden Jahren zu besseren Menschen? Stimmt es, dass wir mit Krisen besser zurechtkommen, wenn wir älter werden? Können junge Menschen wirklich Sinnvolles von den Alten lernen? In 24 Streifzügen, von Wissenschaft bis Philosophie, erkunden Florian Langenscheidt und André Schulz, was uns auf dem Weg ins Alter begleitet. Dabei bringen sie manch Überraschendes und durchaus Inspirierendes zutage, das einlädt, sich optimistisch auf das zu freuen, was vor uns liegt. Perfekte Lektüre für Wintertage, die ein bisschen Licht vertragen können! >> erschienen im Heyne Verlag

Bier - Das Buch, Urs Willmann

Brevier, Fibel und Bibel: für Bierliebhaber ist dieser kleine „Gourmet“-Band alles in einem. Urs Willmann stellt seine Biergeschichte(n) unter das Zitatdach von Benjamin Franklin, der befand „Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind“. Diesem Leitfaden folgt Willmann selbst, wenn es von der Erinnerung an den ersten Schluck erzählt und verschiedenste Anekdoten und Wissenswertes zu Bier- und Baukunst rund um den Globus zusammenträgt. Ein kleines Buch – ein großer Wurf: Alles, was sich über „das beste Getränk“ der Welt zu wissen lohnt (am besten man gönnt sich parallel zum Lesen eine kleine Verköstigung). >> erschienen im Kampa Verlag

Ruth Bader Ginsburg, Statements, übersetzt von Stefanie Retterbush

Während im allgemeinen immer nach einem Konsens gesucht wird, der oft genug nur der kleinste gemeinsame Nenner ist, wurde Ruth Bader Ginsberg durch ihre Worte »I dissent - Ich widerspreche.« berühmt. Die Richterin am Obersten Gerichtshof der USA war ein moralischer Kompass und eine feministisch ausgerichtete, scharfe Denkerin mit Witz und Kampfgeist. Als sie 1956 ihr Jurastudium an der Eliteuniversität Harvard begann, war „RBG“ eine von nur neun Frauen unter 500 Männern und später eine der ersten Jura-Professorinnen in den USA. 1993 vom damaligen Präsident Clinton zur Richterin am Supreme Court ernannt, kämpfte sie Zeit ihres Lebens unbeirrt für Gerechtigkeit. Diese Zitat-Sammlung ihrer Statements, übersetzt von Stefanie Retterbush, gibt in 300 persönlichen Statements wieder, dass die am 18. September 2020 verstorbene Supreme-Court-Richterin genau das war, als was „Die ZEIT“ sie bezeichnet: „Ein Leuchtfeuer des Rechts“. >> erschienen im btb Verlag

Stardust Interviews, David Bowie

Der Untertitel diese biographischen Lektüre lautet „Ein Leben in Gesprächen“ - und genau das ist es, was das Lesen so reizvoll macht und von der klassischen, nacherzählenden Biographie abhebt. Wir sitzen als Leser Bowie selbst gegenüber und finden uns in so mancher Frage wieder, die der jeweilige Interviewpartner dem musikalischen Genie stellt. Diesem einzigartigen Chamäleon der Musikkultur in elf Gesprächen zu begegnen, ermöglicht eine unerwartete Nähe, die ein echtes Geschenk für jeden ist, der von Bowies Wandelbarkeit und Kreativität begeistert war. >> erschienen im Kampa Verlag

Das Lied des Achill, Madeline Miller

Die griechische Mythologie ist ein Fundus für emotional aufwühlende Schicksalsgeschichten. Kein Wunder also, dass die Autorin Madeline Miller in dem ihr als Altphilologin so vertrauten Stoff der Antike immer wieder Geschichtenmaterial findet, das sie in ihrer besonderen Weise packend in Szene setzt. Für ihren Debütroman „Das Lied des Achill“ wurde sie 2012 mit dem Orange Prize for Fiction ausgezeichnet. Die Geschichte des Achill und des trojanischen Kriegs ist bekannt - aber Miller spielt mit dem Bekannten und führt zu anderen Sichtweisen auf das, was hätte sein können. In einer intensiven Geschichte über Liebe, Verlust und Angst erzählt sie die Geschehnisse aus der Sicht von Patroklos, der als in Ungnade gefallener Prinz im Exil Seite an Seite mit Achill, dem Sohn König Peleus’, aufwächst. Als Paris später Helena aus Sparta entführt und Achill mit den Männern Griechenlands in den Kampf gegen Troja zieht, schließt sich auch Patroklos ihnen an. Von Angst und Liebe zerrissen folgt er Achill in ein bewegtes Schicksal … >> erschienen im Eisele Verlag

Mythos, Stephen Fry

Jetzt hat sich der wortwitzige Stephen Fry die griechischen Göttersagen vorgeknöpft: Grandios und umwerfend komisch! Mit ihrer wüsten Zügellosigkeit, Lebenslust und Gier, mit Mord und Totschlag, Triumph und Tragödie inspirierten die alten Griechen schon Shakespeare, Michelangelo, James Joyce und Walt Disney. Die griechischen Göttersagen sind der Stoff, aus dem sich unzählige Geschichten, Theaterstücke und Filme speisen. Stephen Fry haucht ihnen in seinen Worten neues Leben ein und zeigt uns meisterhaft, in bester Tradition britischen Humors, wie bedeutsam die griechischen Sagen für die Geburt der Literatur sind und wie dicht Wahrheit und Fantasie, Tragödie und Komödie beieinander sind. >> erschienen im Aufbau Verlag

Lang taucht ab, Thea Fischer

Malerisch liegt er da, der Ammersee - aber auch hier wird gemordet … Das zumindest muss Petra Rosenberger feststellen, als sie für eine Reportage auf dem Ammersee unterwegs ist. Denn dabei entdeckt sie unter Wasser einen Schopf Haare – die zu einer Leiche gehören. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dieser um den frisch gewählten jungen Landrat Moritz Lang, der seit der rauschenden Wahlnacht vermisst wird. Eigentlich will Petra Rosenberger sich nicht schon wieder in Mordermittlungen hineinziehen lassen. Allerdings geraten ihre Mutter und ihre Freundin Birgit ins Visier der Polizei und gezwungenermaßen forscht Petra nun doch nach und stößt auf dunkle Geheimnisse in der Vergangenheit des ehrenwerten Landrats. Spannendes Krimi Vergnügen mit skurrilen Charakteren, ländlichen Intrigen und bayrischem Charme. >> erschienen im Aufbau Verlag

Die Zeit der Birken, Christine Kabus

Historisch fundiert und hochemotional erzählt: eine bewegende Saga über die Geheimnisse einer Familie. Schleswig-Holstein, im Jahr 1977: Die Liebe zwischen der junge Gesine und dem Pferdetrainer Grigori findet ein abruptes Ende, weil er plötzlich spurlos verschwindet. Doch eines Tages stößt Gesine auf Hinweise zu seinem Verbleib, die sie nicht nur tief in die Vergangenheit ihrer Familie, sondern auch in die Abgründe europäischer Geschichte führen. Christine Kabus gelingt es mit ihrer bilderreichen Sprache, das bedeutsame Geschehen der Vergangenheit anhand sorgfältig skizzierter Charakter lebhaft und emotional Gestalt annehmen zu lassen. >> erschienen im Aufbau Verlag

Licht und Schatten, Victor Klemperer

Der große Chronist deutscher Vergangenheit öffnet sein filmisches Tagebuch: Von Anfang an erlebt der Cineast Klemperer mit, wie die technische Neuerung des Films 1929 in Deutschland Einzug hält. Nicht selten geht er mehrmals pro Woche ins Kino. Zunächst kritisch, lässt er sich schon bald von den neuen Möglichkeiten mitreißen. Doch als das Medium von den Nationalsozialisten immer weiter vereinnahmt wird, wird Klemperer 1938 schließlich durch das Kinoverbot für »Nichtarier« ganz aus den Lichtspielhäusern verbannt. Diese Erstveröffentlichung seiner Tagebuchnotizen ist das leidenschaftliche Bekenntnis eines „Kinomanen“, der uns den Tonfilm als Spiegel deutscher Geschichte mit allen Licht- und Schattenseiten vorführt. Die „ZEIT“ bringt es auf den Punkt: »Aus der Geschichtsschreibung über den Alltag der Judenverfolgung im ›Dritten Reich‹ ist das Zeugnis Victor Klemperers nicht mehr wegzudenken.« >> erschienen im Aufbau Verlag

Die Wunderfrauen, Stephanie Schuster

Zwischen Wirtschaftswunder und Hippiezeit, zwischen Nylons und Emanzipation, zwischen Liebe und Freundschaft: In der Wunderfrauen-Trilogie begleitet Stephanie Schuster vier Frauen, Luise, Marie, Helga und Annabel auf ihren persönlichen Lebenswegen am Starnberger See. Im ersten Band der Trilogie, zu Beginn der Wirtschaftswunderjahre, träumt Luise Dahlmann von ihrem eigenen kleinen Lebensmittelgeschäft. Hier soll es nach Jahren des Verzichts wieder alles geben, was das Herz begehrt. Sie will nicht mehr grübeln, warum ihre Ehe nicht glücklich ist, sie will endlich sie selbst sein und etwas wagen. Dabei werden drei Frauen immer wieder Luises Weg kreuzen: Annabel von Thaler, eine wohlhabende Arztgattin, die junge Lernschwester Helga Knaup und die aus Schlesien geflohene Marie Wagner. Sie alle haben in den Zeiten des Aufbruchs und des Neubeginns den einen großen Wunsch: Endlich wieder glücklich sein. Band 2 und 3 erscheinen 2021. >>erschienen im Fischer Verlag

Wenn du mich heute wieder fragen würdest, Mary Beth Keane

Als die Gleesons und die Stanhopes in dieselbe Gegend ziehen, scheint die Voraussetzung für eine nachbarschaftliche Freundschaft optimal, zumal beide Familienväter auch Kollegen bei der New Yorker Polizei sind. Nur Lena Gleeson fühlt sich noch etwas einsam und sucht Anne Stanhope Nähes. Deren unterkühlte Art taut allerdings erst etwas auf, als die Kinder der Familien eine Verbindung herstellen. Lenas jüngste Tochter Kate und Annes einziger Sohn Peter sind von Anfang an unzertrennlich. Allerdings nimmt ihre aufkeimende Liebe den Charakter einer modernen Romeo und Julia-Geschichte an, als eine Tragödie beide Familien für lange Zeit auseinanderreißt. Autorin Mary Beth Keane wurde von der National Book Foundation zu den „5 besten Schriftstellerinnen unter 35" gewählt und erhielt ein Guggenheim Stipendium. „Wenn du mich heute wieder fragen würdest“ ist ihr dritter Roman und hielt sich acht Wochen am Stück auf den vorderen Rängen der New York Times Bestsellerliste. >> erschienen im Eisele Verlag

The Harley-Davidson Book - Refueled, Dirk Mangartz, Sven Wedemeyer, Philipp Wente

Erweiterte Neuauflage. Harley-Davidson gilt bei vielen als Synonym für Freiheit, Geschwindigkeit, brummende Motoren und Leidenschaft auf zwei Rädern. Keine andere Motorradmarke auf der Welt hat einen so legendären, fast mystischen Ruf wie die Harley-Davidson. Seit mehr als hundert Jahren prägt das amerikanische Urgestein aus Milwaukee die Motorradwelt. Zentrum dieser Faszination ist der so typische 45-Grad-V2-Motor. Wie eine Skulptur steht er tief im filigranen Stahlrohrrahmen und wird oft als ebenso ästhetische wie klangliche Offenbarung gefeiert. Dieser Bildband ist der Kraft und Schönheit der Motoren, der Eleganz und Stärke der Maschinen vom Lake Michigan gewidmet. Ein Buch, das als Hommage an die Flatheads, Knuckleheads, Panheads, die Eisenköpfe, die Shovels und Evolutions, die Street Modelle, das Naked Bike „Bronx“ u.v.a. einlädt zu einer Bildreise durch eine tief im Freiheitsgefühl der USA verwurzelten Tradition. Bilder und Texte vermitteln das „Harley-Lebensgefühl“ in opulenten Geschichten und Reportagen: ein Roadmovie zum Miterleben.
Die Refueled-Ausgabe des Bestsellers wurde um 32 Seiten erweitert, und in vielen Kapiteln aktualisiert, und ja: die Autoren sind allesamt selbst leidenschaftliche Biker! >> erschienen bei teNeues

Männer in Kamelhaarmänteln, Elke Heidenreich

„Mode“ ist nicht das erste, was einem beim Namen Elke Heidenreich in den Sinn kommt. Das weiß auch die begnadete Erzählerin selbst und spielt mit der Erwartungshaltung des Lesers. Und plötzlich, wie ist das nur passiert, steht man vor dem Spiegel und sieht in ihren Worten sich selbst. Was das Lesen zum doppelten Vergnügen macht, denn man man lernt sowohl „die Heidenreich“ von anderer Seite kennen wie sein eigenes modisches Ego, mit all seinen Stilsünden, Sehnsüchten und modischen Fehltritten. Ja: Elke Heidenreich kennt sich aus, mit Jacke und Hose, Rock und Hut – und mit den Menschen. Gut aussehen will jede/r und doch versteht auch jeder darunter etwas anderes, oder doch nicht? Warum sind einem manche Jugendfotos in Schnitt und Muster so peinlich? Warum kauft man sich etwas, das einem weder passt noch steht? Wenn Elke Heidenreich von Kleidern erzählt, erzählt sie in erster Linie vom Leben: von sich mit sechzehn, von Freundinnen und Freunden, von Liebe und Trennung - so nah, so komisch und traurig oder auch so glücklich, wie man sich eben manchmal fühlt in manchem Kleidungsstück. >> erschienen im Hanser Verlag

Play, Tobias Elsäßer

Stell dir vor: es gäbe eine App, die deine Zukunft vorausberechnen kann. Du musst nichts weiter tun, als sie mit deinen Daten zu füttern und Zugang zu deinen Social-Media-Kanälen gewähren: schon erfährst, wie dein Leben verlaufen wird. Aber was, wenn dir dann das nicht gefällt, was dir vorausgesagt wird? Jonas, gerade mit der Schule fertig, weigert sich, das Ergebnis zu akzeptieren. Er kann es kaum erwarten, sein eigenes Leben zu beginnen. Aber das Programm sagt ihm vorher, dass er dieselben Fehler wie sein verhasster Vater machen wird. Darum beschließt er, die App zu widerlegen und sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Mit der wildfremden Sun macht er sich auf den Weg in den Norden, auf ins Unberechenbare. Allerdings verfolgt Sun eigene Pläne. Spannende Abenteuer-Story mit packend aktuellem Plot über Freiheit, Freundschaft, Liebe und Selbstbestimmung in Zeiten von Social Media. >> erschienen im Hanser Verlag

Das kleine Nein-Schwein, Henrike Wilson

Bezauberndes Bilderbuch mit herrlich lebendigen Illustrationen. Jeder sollte mal einen Nein-Tag haben dürfen, denkt sich Ferkel und mag nicht aufstehen! Im Bett ist es kuschelig und warm. Also heißt es NEIN, als Ferkel aufstehen soll. Auch als das bockige Nein-Schweinchen sich anziehen soll: NEIN. Frühstücksbrei essen? NEIN! Zähne putzen? Nein! Nein! Nein! Da kann Mama sagen, was sie will, und schimpfen, so viel sie will. Und dann packt sie Ferkel einfach so aufs Rad. Ohne Jacke und Gummistiefel. Viel zu spät kommen sie zum Kindergarten. Und dann ist Mama weg. Ferkel knurrt der Magen. Ferkel ist kalt. Doofer Nein-Tag … Als Mama endlich wieder kommt und alles gut wird, fragt sie Ferkel, ob morgen wieder ein Nein-Tag wird. Na, was sagt Ferkel da wohl? >> erschienen im Hanser Verlag

Blauer Himmel, Blaue Wogen, Musikgeschichte am Starnberger See, Christian Lehmann

Irgendwie gehörten sie immer schon zusammen: der Starnberger See und Musik. Nach seiner Biographie über den italienischen Sänger und Gastwirt Joseph Leoni, der dem Ort Leoni seinen Namen gab, widmet sich der Starnberger Musikwissenschaftler und Buchautor Christian Lehmann in seinem neuen Titel der Musikgeschichte am Starnberger See. Durch Johannes Brahms’ produktive Sommerfrische in Tutzing und so manchen Skandal, der sich am gegenüberliegenden Seeufer um Richard Wagner rankte, ist der Starnberger See in die Musikgeschichte eingegangen. Lehmann richtet sein Augenmerk aber vor allem auf die weniger bekannten Musik-Geschichten vom See. Darauf etwa, dass Carl Maria von Weber auf einer stürmischen Bootsfahrt zu einer wunderbaren Komposition inspiriert wurde, dass sich die Pioniere der Moderne, Schönberg und Kandinsky, zum ersten Mal am Dampfersteg in Berg begegneten, dass ein ungarischer Komponist in Starnberg seine Nachbarn durch seltsame Experimente mit Starkstrom, Licht und Musik erschreckte, oder dass die Titelmelodie zur „Sendung mit der Maus“ am Starnberger See entstand. Hörbares Plus: über einen QR-Code kann man eine Liste der schönsten am Starnberger See komponierten Musikstücke auf der Streaming-Plattform Spotify erreichen. >> erschienen im Apelles Verlag

Tannenfall - Das andere Licht, Bernhard Hofer

Seit Jahrhunderten ranken sich Legenden um den geheimnisvollen Ort Tannenfall, der auf keiner Karte zu finden ist. Einst war Tannenfall die Schwelle zum Paradies, in dem die Menschen im Einklang mit der Natur lebten. Nun aber verändert sich das Land, Gewässer sind vergiftet, Wälder brennen, und eine verheerende Krankheit bringt Tod. Die Natur scheint sich gegen die Gier der Menschheit aufzubäumen. Der mit dem jüngst für die Longlist des »MIMI-Krimipreis des Buchhandles« nominierte zweite (lang ersehnte) Titel der Tannenfall-Saga balanciert erneut und gekonnt zwischen den Genres Mystery, Fantasy und Kriminalroman. Hofer vermischt raffiniert Phantasie, Mythologie und Realität und kozentriert sich auf das spannende Schicksal von vier Schwestern. Dabei gelingt es ihm stets, das mystische Zentrum seines Romans, den Ort Tannenfall, auch als Chiffre für die aktuellen Themen unserer Zeit anzulegen. Ein wagemutiger und völlig unvergleichbarer Roman, eine aufregende und besondere Lesereise. >> erschienen im emons Verlag

Fluchtweg Bulgarien, Helga Priester

Vor dreissig Jahren fiel die Mauer. Davor wurden etwa 75.000 DDR-Bürger für den Versuch, die DDR zu verlassen, verurteilt. Allein über Bulgarien sollen zwischen1960 und 1990 zirka 4.500 Fluchtversuche unternommen worden sein und etwa 100 Todesfälle soll es durch Erschießungen im bulgarischen Grenzgebiet gegeben haben. Helga Priester weiß von alledem nichts, als sie im Frühjahr 1963 auf einer Party in der Rostocker Universität Max Aust begegnet: „Bei einer Flasche Sekt lernten wir uns näher kennen und tauschten unsere politischen Ansichten aus: Wir waren mit dem System nicht einverstanden und wollten nicht länger eingemauert leben.“ Bereits zweimal hatte sie zuvor versucht, aus der DDR zu fliehen, aber beide Versuche musste sie abbrechen. Die einzige Möglichkeit, aus der DDR rauszukommen, besprechen sie und Max, wäre eine Auslandsreise nach Bulgarien. Und so beginnen die beiden als offizielle Teilnehmer einer DDR-Auslandsreise nach Süd-Bulgarien im Sommer 1963 ihre Flucht. Dramatisches Zeitzeugnis aus dem geteilten Deutschland. >> erschienen im Zeitgut Verlag